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Interview mit Herrn Pascal Adjeapon

meilleur jouer2013Sein Auftakt beim letztjährigen Challenge hätte fulminanter nicht sein können. Gleich bei seiner ersten Teilnahme am Challenge sicherte der aus Bremen stammende 22-jährige Pascal Adjeapon seiner Mannschaft den Titel und konnte obendrauf den Titel des besten Spielers für sich beanspruchen. Wie es dem jungen Deutschen dabei erging und welches Vorhaben er bei dem diesjährigen Turnier hat, verriet er jetzt in einem großen Interview.

Hallo Herr Adjeapon.

Adjeapon: Salut mon frère, ça dit quoi ?

Ça va très bien, merci et toi ?

Adjeapon: Ah je suis là, comme d’habitude.

Herr Adjeapon, Sie sind zum Besten Fußballer des vergangenen Turniers gewählt worden und dennoch wissen, die wenigsten über Ihre Person. Wie ist dies zu erklären?

Adjeapon: (schmunzelt) Ohman… Zunächst einmal Michel-Ange, wäre es mir ganz recht, wenn wir uns duzen würden, wir kennen uns schon so lange, dass es sich echt etwas schräg anhört.
Zurück zum Thema. Du wirst es mir vielleicht nicht glauben, aber ich habe selbst bis vor kurzem überhaupt nichts davon gewusst. Das erste Mal habe ich davon gehört, als du mich für dieses Interview kontaktiert hast.
Der Event findet dieses Jahr unter dem Motto „open to the world“ statt. Du hast selbst ghanaische und deutsche Wurzeln, obendrauf spielst Du für ein kamerunisches Team. Wie hast Du dieses Kunststück fertig gebracht?

Adjeapon: Dies habe ich einem alten Mannschaftskollegen zu verdanken, mit dem ich seiner Zeit in Rotenburg gespielt habe. Der hatte mich gefragt, ob ich nicht Lust hätte an dem Turnier teilzunehmen und hat mich zu den Trainingseinheiten geschleppt. Dort konnte ich überzeugen und wurde in den Kader nominiert.

Wie leicht ist es Dir gefallen dich in diesem Umfeld zu Recht zu finden?

Adjeapon: Anfangs hatte ich Bedenken wegen der Sprachbarrieren. Zu meiner Überraschung war die Eingewöhnung jedoch sehr leicht. Ich wurde sehr gut aufgenommen. Die Kollegen waren gastfreundlich, offen und haben mich recht schnell spüren lassen, dass ich einer von ihnen bin. Außerdem verbessert sich mein Französisch mit jeder Sekunde, die ich mit der Mannschaft verbringe. Bald wird man mir abgesehen von meiner etwas helleren Farbe nicht anmerken können, dass ich ein „Ausländer“ bin (lacht)

Nicht nur dass es mit der Sprache immer besser klappt, auch kennen Dich die meisten Deiner Kollegen unter dem Namen Atangana. Was ist die Geschichte hinter diesem Spitznamen?

Adjeapon: Das ist eine Frage worauf ich dir keine wirkliche Antwort geben kann. Mir wurde nur gesagt, was der Name bedeutet. Angeblich soll er für Menschen stehen die in einem Dorf leben, viel Geld haben und Alkohol zu trinken oder sowas in der Art. Stimmt das?
Ich weiß es nicht. Ich selbst spreche nicht die Sprache. Aber soweit ich weiß lebst Du nicht in einem Dorf und zumindest weiß ich aus unserer gemeinsamen Fußballzeit, dass Du wenn überhaupt eher in Maßen trinkst oder hat sich da was geändert.

Adjeapon: Nein nein, es ist ganz und gar alles beim alten geblieben und wäre ich inzwischen Millionär geworden, hättest du es mit Sicherheit mitgekriegt. Aber der Name ist für mich ein Symbol, dass ich akzeptiert werde und so trage ich ihn auch mit Stolz.

Was bedeutet es für Dich als nicht Kameruner die höchste Einzelspielerauszeichnung erhalten zu haben?

Adjeapon: Jetzt wo ich es weiß, ist es eine große Ehre. Die Auszeichnung des besten Spielers zu erhalten ist schon schwierig genug. Dies als „Ausländer“ zu erreichen spricht eigentlich für die Weltoffenheit der Kameruner. Meiner Meinung nach habt ihr das Motto „open to the world“ schon die ganze Zeit gelebt.

Die Bremer Mannschaft geht erneut als Favorit ins Rennen. Wie schätzt Du realistisch Ihre Chancen?

Adjeapon: Es wird dieses Jahr noch schwieriger. Alle werden auf uns schauen. Wir sind dieses Jahr der Maßstab, an dem sich alle Mannschaften messen wollen. Entsprechend motiviert und aggressiv wird man gegen uns vorgehen. Aber wir schauen auf uns und arbeiten hart. Ich bin guter Dinge, dass wir ein gutes Ergebnis erzielen werden.

Was hast Du Dir persönlich für das Turnier vorgenommen?

Adjeapon: Für mich ist der Spaß, das Zusammensein und die Atmosphäre im Vordergrund. Daher hoffe ich dass bei all dem Engagement und der Motivation, das Fairplay nicht außer Acht gelassen wird. Ich werde den Fußball spielen, den man von mir kennt und wenn ein Mannschaftstitel dabei rausspringt, werde ich ihn ganz sicher nicht ablehnen.

Ein einziges Wort zur Beschreibung des Challenge Camerounais…

Adjeapon: Überwältigend